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Wie Dürrenmatt wieder lebendig wurde

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Ulrich Weber (links) und Walter Sigi Arnold machten den unbekannten Dürrenmatt bekannt.

Die Hauptperson war nicht leibhaftig vor Ort, doch im Laufe des Abends wurde sie so fassbar und präsent wie selten: Friedrich Dürrenmatt. Zu verdanken war dies Ulrich Weber, dem wohl besten Kenner des grossen Schweizer Autors, und dem Schauspieler Walter Sigi Arnold, der die «Stoffe»-Texte rezitierend vitalisierte. Der als Soiree angekündigte Abend liess buchstäblich keine Fragen offen – die rund 80 konzentriert Zuhörenden waren sichtlich fraglos begeistert vom Dreigestirn Ulrich Weber, Sigi Arnold und natürlich Friedrich Dürrenmatt. Weber und Arnold hatten es verstanden, mit ausgewählten und zum Teil unpublizierten Texten Dürrenmatts Kosmos, den er in den letzten zwanzig Lebensjahren in den «Stoffen» noch einmal autobiografisch und philosophisch erweiterte, verständlich zu machen. Ulrich Weber, Biograf und Nachlassverwalter Dürrenmatts, setzte erzählend und mit Anekdoten versehen die Lebensleitplanken, die vorgelesenen Textstellen illustrierten und erweiterten das rein Biografische. Dürrenmatts Texte wirkten beim Zuhören erstaunlich aktuell, sinnlich, abgründig, humorvoll, grotesk, aber auch zärtlich. Ergreifend ganz am Anfang der Liebesbrief von Dürrenmatt an seine Frau Lotti, in welchem er bereits sein poetologisches Konzept formulierte: Während er mit der Welt spiele, müsse sie, die zunehmend Depressive, die Welt aushalten. Viel Lust zum (wieder) Dürrenmatt Lesen boten auch die Skizze «Der Schachspieler» und die literarische Vorarbeit zum Roman «Justiz». Im Zentrum des Abends standen immer Dürrenmatts Fragen: Woher kommen meine Ideen? Woran erinnere ich mich? Wie bin ich zu dem geworden, der ich bin? Fragen, auf die Dürrenmatt literarische Denkmäler als Antworten gesetzt hat. Die Soiree wurde selbst zu einem kleinen Denkmal in der Geschichte der Literaturgesellschaft LGL.

Hans Beat Achermann (Text und Bild)

LiteraturGesellschaft Luzern

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