Programm
Die LiteraturGesellschaft Luzern macht das Lesen lebendig. Mit zehn bis zwölf jährlichen Veranstaltungen bringen wir Ihnen Bücher und ihre Verfasserinnen und Verfasser nahe.
Die LGL lädt seit 2013 Literaturinteressierte in verschiedenen Formaten zur Auseinandersetzung mit verschiedenen literarischen Formen ein.
Hier finden Sie das das Programm für das erste Halbjahr 2026.
Anmeldung erforderlich, bitte mit Angabe der gewünschten Lesung, unter
reservation@literaturgesellschaft-lu.ch.
Eintritt: Fr. 20.– / für LGL-Mitglieder Fr. 15.– / für Studierende Fr. 10.– / mit Kulturlegi Fr. 10.–.
Ilma Rakusa: «Wo bleibt das Licht»
Dienstag, 9. Juni 202619.30 Uhr, Hotel Schweizerhof, Luzern
Lesung und Gespräch
Moderation: Manfred Papst
In Tagebuchprosa, Gedichten, Monologen und Dialogen erkundet sie mehr als zweieinhalb Jahre lang – beginnend im Sommer 2022 – ihr Inneres im Spiegel des Aussen.
Sie blickt mit Schrecken und Erschütterung auf die Krisenherde der Welt, hadert, zweifelt und verzweifelt. Mit klarem Blick und scharfer Urteilskraft prangert sie wortstark Ungerechtigkeit und Despotismus an, appelliert an Menschlichkeit und Verstand, berichtet voller Empathie vom Alltag notleidender Menschen. Das Persönliche und das Politische gehen in diesen Reflexionen, Gegenwartsbetrachtungen und Sprachperlen Hand in Hand.
Ilma Rakusa, geboren 1946 als Tochter einer Ungarin und eines Slowenen, studierte Slawistik und Romanistik in Zürich, Paris und St. Petersburg. Sie lebt als Schriftstellerin, Übersetzerin, Publizistin (NZZ, Die Zeit) und Universitätslehrbeauftragte in Zürich. Nicht zuletzt mit ihren zahlreichen Übersetzungen aus dem Russischen Französischen, Serbokroatischen und Ungarischen trägt sie zur Vermittlung osteuropäischer Literaturen bei.
© Katalin Deer
Catalin Dorian Florescu: «Matei entdeckt die Freiheit»
Dienstag, 16. Juni 202619.30 Uhr, Hotel Schweizerhof Luzern
Lesung und Gespräch
Moderation: Nicola Steiner
© Evi Fragolia
Entlang eines Lebens erzählt Catalin Dorian Florescu in « Matei entdeckt die Freiheit » (Rowohlt 2026 ) in aufwühlenden, poetischen Bildern das Drama des europäischen Ostens. Ein kurzer Blick in einer Bukarester Strassenbahn. Matei erkennt seinen früheren Peiniger aus dem Gefängnis wieder. Es sind die befreiten 1990er Jahre, alles scheint möglich, sogar Gerechtigkeit … Der junge Matei wächst auf im pulsierenden Bukarest der 30er Jahre, doch in der Diktatur verliert seine Familie alles. Und Matei wird wegen politischer Gedichte verurteilt, zur Lagerarbeit im Donaudelta. Nach Jahren wird er begnadigt, erfährt Familienglück, doch nie echten Frieden. Eine grosse Reflexion über Glück, Rache, Gerechtigkeit und die Frage : Wann ist der Mensch wirklich frei ?
Catalin Dorian Florescu, 1967 in Rumänien geboren, hat seine Kindheit in der kommunistischen Diktatur verbracht. 1982 gelang es seiner Familie, in den Westen zu gehen. Florescu studierte in Zürich Psychologie und arbeitet in einer therapeutischen Praxis. Für seine Romane hat er zahlreiche Preise erhalten, unter anderem den Schweizer Buchpreis, den Anna-Seghers-Preis und den Eichendorff-Literaturpreis. Florescu lebt in Zürich.
Anmeldung erforderlich: reservation@literaturgesellschaft-lu.ch
Usama Al Shahmani: «In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied»
Mittwoch, 24. Juni 202619.30 Uhr, Hotel Schweizerhof Luzern
Lesung und Gespräch
Moderation: Luzia Stettler
© Ayse Yavas
Gadi lebt als Dozent für hebräische Sprache in Zürich, als sein Vater in Israel im Sterben liegt. Über dreissig Jahre hatte er keinen Kontakt mehr zu ihm. Wider Willen reist er ans Krankenbett des Vaters, nach seinem Tod bleibt ein unbequemes Erbe: eine Tasche mit Tagebüchern und Aufzeichnungen sowie der letzte Wunsch, die Hälfte seiner Asche solle in den Tigris gestreut werden. Als Gadi in einem der Hefte zu lesen beginnt, begegnet ihm nicht nur ein unbekannter Vater, sondern auch ein dunkles Kapitel der irakischen Geschichte: die Vertreibung der dort seit über zweitausend Jahren ansässigen jüdischen Bevölkerung unter tatkräftiger Hilfe der Nationalsozialisten.
Usama Al Shahmani, geboren 1971 in Bagdad und aufgewachsen in Qalat Sukar (Nasirija), hat arabische Sprache und moderne arabische Literatur studiert. Er publizierte drei Bücher über arabische Literatur, bevor er 2002 wegen eines Theaterstücks aus dem Irak fliehen musste. 2018 erschien sein erster Roman «In der Fremde sprechen die Bäume arabisch». Für seine Werke wurde Usama Al Shahmani vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Terra-Nova-Schillerpreis. Usama Al Shahmani lebt in Zürich.