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Literarische Suche nach jüdischer Identität

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Die deutsch-jüdische Autorin Barbara Honigmann liest im Schweizerhof aus ihrem Vater-Roman «Georg».

Vom Osten Berlins, wo sie 1949 geboren wurde, in den Osten Frankreichs, nach Strassburg, wo sie seit 1984 lebt - das sind die geografischen Pole von Barbara Honigmanns Biografie. Die inneren Pole sind die Geschichte der Judenverfolgung, von Flucht und Krieg, und die andauernde literarische Erkundung, ob und wie das Deutsche und das Jüdische wieder zusammenfinden. In diesem Spannungsfeld spielen ihre Romane, Essays und Erzählungen, meist angesiedelt in der eigenen Familiengeschichte. Letztes Beispiel für diese Recherche ist das Porträt ihres Vaters Georg, der dem Buch auch den Titel gab. Dieser Vater, ein hochbegabter Bohémien, so zeigte sich bei der Lesung und im leidenschaftlich  geführten Gespräch mit der Zürcher Historikerin Karen Roth-Krauthammer, war Antrieb und Ausgangspunkt für Barbara Honigmanns unentwegte Suche nach der Frage, wie sie ihr eigenes Leben als Jüdin in einer westlich aufgeklärten Welt leben soll. Die Lesung zeugte eindrücklich von dieser Suche und gab Einblick nicht nur ins jüdische Leben und Leiden im letzten Jahrhundert, sondern auch in eine heutige Schrifstellerinnenexistenz, die existenziellen Fragen mit einem tiefen Humanismus und feinem Humor nachspürt. Auch im neusten Buch «Unverschämt jüdisch», eine Sammlung all ihrer Preisreden, aus dem sie die Rede zur Verleihung des Jakob-Wassermann-Preises vorlas, umspannte und verknüpfte Barbara Honigmann noch einmal kulturelle, religiöse und politische Widersprüche und Gemeinsamkeiten.

Hans Beat Achermann (Text und Bild)

LiteraturGesellschaft Luzern

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