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Leichen im Lesesaal

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Sie lasen in der Zentral- und Hochschulbibliothek ZHB aus ihren Kriminalromanen: (von links) Stephan Pörtner, Gabriela Kasperski und Viktor Steinhauser .

Es war ein Abend der anderen Art: Für einmal stand nicht die sogenannte hohe Literatur im Zentrum, sondern das populäre Genre der lokal verankerten Kriminalromane. Auch das Setting war diesmal anders: Eine Autorin, Gabriela Kaspersksi, und zwei Autoren, Stephan Pörtner und Viktor Steinhauser, lasen je zwanzig Minuten aus ihren neusten Krimis. Die Kooperation zwischen der ZHB und der LGL lockte zu dieser «Verdacht vor 8» betitelten Veranstaltung gut 70 Krimifans in den Bibliothekslesesaal, der 75 Minuten zum Vorlesesaal wurde.

Den Anfang machte Lokalmatador Viktor Steinhauser. In seinem Krimi «Wirtesterben» wird nicht nur gestorben, sondern auch gekocht und gegessen, es wimmelt von kulinarischen Begriffen wie Molekularküche, Espuma, Air und anderen Termini aus der gehobenen Gastronomie, die Polizisten heissen Felder, Bieri oder Häfliger und auch für den Tatort ist viel Luzerner Lokalkolorit vorhanden. Der ehemalige «Mississippi-Dampfer», das alte Badehaus in der Reuss, spielt eine Rolle. Doch das Lokale wird gesprengt: Die Ermittlung von Kommissar Braunwalder führt bis nach Prag zur Tätersuche.

Auf die Frage von LGL-Vorstandsmitglied Leslie Schnyder, die den Abend mitorganisiert hat, wo sich Persönliches im Roman widerspiegle, antwortete Stephan Pörtner, der zweite Lesende: «Ich habe auch einen Camper und einen Hund.» Und damit habe es sich. Auch in seinen gelesenen Passagen aus «Letzte Ruhe im Wohnmobil» gibt es verschiedene Schauplätze: Von Nizza bis zum Käferberg und ins Tösstal geht die Ermittlungsreise von Ex-Polizist Henry Kummer. Es wird Boule gespielt und die korsische Mafia sorgt für Spannung in einer Geschichte, bei der es um Geld und Macht geht.

Im gehobenen Milieu spielt «Juwelenraub im Schneepalast» der Zürcherin Gabriela Kasperski. Sie begeisterte mit einer fast schon performativen Lesung, die ihre schauspielerischen Wurzeln verriet. Das «Palace» in Gstaad spielt eine Rolle, ebenso Nina Kandinsky, die reiche Witwe des berühmten Malers. Die Hobby-Ermittlerin Libby Andersch, die einem Krimiclub angehört und mit ihrem Neffen Noah mit dem Zug in den Berner Nobelort reist, will den Cold Case, den ungelösten Mord an der Malerwitwe, lösen. Ob es gelingt? Wenn wir das Buch nicht gelesen haben, wissen wir es nicht. Das gilt auch für die beiden andern. Denn bei allen drei Lesenden wurde selbstverständlich nicht gespoilert.

Eine nette Begegnung ergab sich am Rande des Tat- bzw. Leseortes: Gabriela Kasperski verriet, dass sie vor 34 Jahren am Luzerner Theater eine Drogenabhängige gespielt habe. In derselben Produktion war auch Walter Sigi Arnold dabei, der Luzerner Schauspieler und Sprecher. Es war ein zufälliges Wiedersehen in der ZHB nach sehr langer Zeit – und vielleicht der Anfang eines neuen Plots. Es wäre etwa der 27. Kasperski-Krimi.

28. Januar 2026 – Hans Beat Achermann (Text und Bild)

LiteraturGesellschaft Luzern

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