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Ein Krimiabend mit Fragen zum Krimi

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Ursula Hasler Roumois liest aus «Die schiere Wahrheit».

«Wie haben Sie’s mit dem Krimi?» fragte Moderator Beat Mazenauer zu Beginn des Abends das Publikum und auch die Hauptperson des Abends, Schriftstellerin Ursula Hasler Roumois. Wie sie es mit dem Krimi hat, hat sie in den folgenden anderthalb Stunden lesend und erzählend beantwortet. Dass Krimi nicht gleich Krimi ist, da waren sich alle einig, auch die beiden Protagonisten von Ursula Haslers Roumois’ Roman «Die schiere Wahrheit». Grob gesagt gibt es den Krimi, bei dem alles und oft verschlungen nur auf die Auflösung hinausläuft, und dann gibt es die mehr psychologisch angesetzten Kriminalromane, bei denen es um Motive, um Entwicklungen und komplizierte Beziehungen geht. In Ursula Haslers Roman treffen sich Friedrich Glauser und Georges Simenon in einem Badeort an der französischen Atlantikküste und schreiben gemeinsam einen Kriminaloman, diskutieren aber auch, was einen guten Kriminalroman ausmacht, einen, den man vielleicht mehr als einmal liest, obwohl man den Mörder oder die Täterin bereits kennt. Es sind die grossen Fragen nach der Wahrheit und dem Verhältnis von Recht zu Gerechtigkeit, die den ästhetischen und literarischen Mehrwert eines bedeutenden Krimis ausmachen und natürlich die Sprache. So betrachtet ist Ursula Haslers Roman auch weit mehr als ein Krimi, nämlich eine Art Meta-Krimi, der gekonnt mit dem Genre spielt, seine Grenzen befragt, auslotet und neu vermisst. Das zeigt sich gerade ganz am Schluss, als Glauser dem berühmten Kollegen auf dem Bahnsteig vorschlägt, den eben fertig gestellten Kriminalroman nochmals «mit einem anderen Ende mit einer anderen Wahrheit» zu überarbeiten. Denn die Wahrheit ist «schier», ist nie absolut.

Es war ein äusserst bereichernder Abend, der auch passionierten Krimileserinnen und -lesern neue Zugänge zu dieser populären literarischen Gattung eröffnete und bekannt machte mit einer sehr klugen Autorin, herausgefordert von einem äusserst kenntnisreichen Moderator.  

Hans Beat Achermann, 21. 1. 2022

LiteraturGesellschaft Luzern

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