Programm
Die LiteraturGesellschaft Luzern macht das Lesen lebendig. Mit zehn bis zwölf jährlichen Veranstaltungen bringen wir Ihnen Bücher und ihre Verfasserinnen und Verfasser nahe.
Die LGL lädt seit 2013 Literaturinteressierte dazu ein, Literatur in vielfältigen Formen sowie in unterschiedlichen Formaten zu entdecken und zu erleben.
Hier finden Sie das das Programm für das zweite Halbjahr 2026.
Anmeldung erforderlich, bitte mit Angabe der gewünschten Lesung, unter reservation@literaturgesellschaft-lu.ch.
Eintritt: Fr. 25.–
LGL-Mitglieder: Fr. 15.– / Studierende: Fr. 10.– / mit Kulturlegi: Fr. 10.–.
Beat Mazenauer stellt seine Bestenliste 2026 vor
Dienstag, 24. November 202619.30 Uhr, Hotel Schweizerhof Luzern
Der Vielleser Beat Mazenauer ist auch dieses Jahr wieder Gast bei der LGL. Wie seit vielen Jahren stellt er Im November seine zwei Dutzend Lieblingsbücher des Jahres 2026 vor: Romane, Erzählungen, Essays, Poesie und Comics, Aufgefallenes und Ausgefallenes. Manuskriptfrei referiert er Inhalte, stelt Bezüge her, wertet und begeistert mit seiner Eloquenz und seiner Belesenheit. Kein Zweifel, und das kann jetzt schon verraten werden: An diesem Abend langweilt sich niemand, aber alle werden den Schweizerhof mit Buchtiteln im Kopf verlassen, die bald schon selber gelesen werden wollen (und sollen).
Beat Mazenauer, geboren 1958 in Luzern, Germanist, Historiker, arbeitet als Autor, als Moderator, Herausgeber, Netzwerker und Literaturkritiker.
Lukas Bärfuss: «Königin der Nacht»
Mittwoch, 2. Dezember 202619.30 Uhr, Hotel Schweizerhof Luzern
Lesung und Gespräch
Eine Kooperation mit dem Literaturhaus Zentralschweiz lit.z
Moderation: Sibylle Birrer
Eine kleine Stadt in der Schweiz. Ein Haushalt mit einer Frau und ihrem Sohn. Es gibt keinen Mann, es gibt Männer. Und an Geld herrscht immer Mangel, an Zärtlichkeit erst recht.
Die Mutter von Lukas Bärfuss war eine Frau ohne Bildung und ohne Perspektiven, dafür mit einem unstillbaren Freiheitsverlangen. Das Kind sah sie als Fessel, sie hatte sich dieses Leben nicht ausgesucht. Eine Rabenmutter, so nannte sie sich selbst; ihr Sohn landete auf der Strasse. Sie hatte nur die Waffe der Ohnmächtigen, das böse Maul. Und im Alter blieb ihr kein anderer Ausweg als die Armutsmigration in die Dominikanische Republik aus einem der wohlhabendsten Länder der Welt, in dem der Lebensabend unerschwinglich für sie war.
Der Sohn musste sich früh in der Kunst üben, seine Mutter zu überleben. Und in der Rückschau stellt er sich die Frage, wo in einem elenden Leben die persönliche Verantwortung aufhört und die einer ganzen Gesellschaft beginnt.
Lukas Bärfuss, geboren 1971 in Thun, ist Dramatiker, Romancier und streitbarer Publizist. Seine Stücke werden weltweit gespielt, die Romane sind in zwanzig Sprachen übersetzt. Lukas Bärfuss ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und lebt in Zürich. Für seine Werke wurde er u.a. mit dem Berliner Literaturpreis, dem Schweizer Buchpreis und dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen Vaters Kiste (2022) und Die Krume Brot (2023).
Bild: © Lea Meienberg