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Newsletter der LiteraturGesellschaft Luzern

Februar 2026

Liebe Mitglieder der LiteraturGesellschaft Luzern
Liebe Freunde und Freundinnen guter Literatur

Es wird bald Frühling, im Garten, wo Vorboten zu spriessen beginnen, und auch bei den Verlagen, die mit Neu-Erscheinungen den literarischen Frühling einläuten sowie auf literarische Debütant:innen neugierig machen, aber auch auf neue Bücher bekannter Autor:innen.

Deshalb strecken die LGL-Programm-Verantwortlichen bereits ihre Fühler aus und wägen ab, welche Autor:innen in der zweiten Jahreshälfte bei der LGL lesen könnten. Ein stets spannender, auch anregender Entscheidungsprozess, denn es ist – in Anbetracht der fünf bis sechs Anlässe, die wir organisieren können – alles andere als einfach sich festzulegen.

Soviel ist sicher: Es wartet ein reichhaltiges Frühlingsbücher-Angebot. Der Lesestoff wird nicht ausgehen, im Gegenteil – wer mit der persönlichen Lektüre à jour bleiben will, muss/darf sich viel Zeit zum Lesen gönnen.

Mit zwei tollen Lesungen von total unterschiedlichem Kolorit starteten wir im Januar ins LGL-Programm 2026 und mit einem weiteren, nochmals ganz anderen Genre geht’s im Februar weiter.


Politisches und Persönliches von Ilma Rakusa

«Literatur kann keine Kriege verhindern, auch nicht beenden, so sehr wir uns dies gerade heute wünschten. Aber sie kann ihnen etwas entgegensetzen.» Das hob Ilma Rakusa, die am 2. Januar 2026 achtzig Jahre alt geworden ist, in ihrer Dankesrede für den Johann-Heinrich-Merck-Preis im letzten November hervor. Am Donnerstag, 26. Februar 2026, dürfen wir die bedeutende Übersetzerin, Essayistin, Lyrikerin und Literaturvermittlerin mit ihren Gedanken und Reflexionen zur Gegenwart bei der LGL begrüssen. Ilma Rakusa notiert die Ereignisse in den aktuellen Krisenherden wie eine Chronik, sie stellt Ungerechtigkeit und Despotismus an den Pranger und appelliert an die Vernunft und Menschlichkeit, in leiser eindringlicher Sprache. «Wo bleibt das Licht» beinhaltet Politisches und Persönliches wie Albträume oder Momente des Glücks.

Das Gespräch mit der Autorin führt Manfred Papst.

Einladungskarte


Alois Hotschnig bei der Zuger Literarischen Gesellschaft

Gerne weisen wir Sie auf eine Lesung bei unserer Nachbarorganisation, der Zuger Literarischen Gesellschaft, hin. Wer am Güdismontag, 16. Februar 2026, eine Alternative zur Fasnacht sucht, der oder die hat die Gelegenheit, dem österreichischen Autor Alois Hotschnig und seinem Roman «Der Silberfuchs meiner Mutter» zu begegnen. Das Gespräch mit dem gebürtigen Kärntner führt Theres Roth-Hunkeler.

Zur detaillierten Ausschreibung


Rückblick 1: Das Wattenmeer als vielfältige Metapher

Der Auftakt ins Programm 2026-1 ist mit Kristine Bilkau, die auch eine wunderbare Vorlesestimme hat und im Gespräch mit der Literaturvermittlerin Luzia Stettler vertiefte Einblicke in ihren Schreibprozess gab, gelungen; die Lesung vermochte die über 60 Anwesenden nachhaltig zu begeistern. «Halbinsel» ist ein Buch, das leise und laute Fragen stellt. (…) Es gibt viele weitere Begriffspaare, welche den Roman charakterisieren. Ebbe und Flut ist eines, Freiheit und Fürsorge ein anderes. Es gäbe noch weitere, zum Beispiel der Blick auf die Zukunft bzw. in das Vergangene. (…) Neben dem typischen Bilkau-Sound gelingt es der Autorin, in der scheinbar einfachen Erzählstruktur komplexe Themen zu verknüpfen und eine bedenkenswerte Aktualität herzustellen. Dabei interessieren sie mehr Fragen als Antworten, und diese sind keineswegs auf das Private beschränkt, sondern haben immer auch einen universellen Aspekt.

Lesen Sie hier den ganzen Rückblick samt Foto von Hans Beat Achermann


Rückblick 2: Leichen im Lesesaal

Am 28. Januar 2026 fand an der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern ein Abend der anderen Art statt: Für einmal stand nicht die sogenannte hohe Literatur im Zentrum, sondern das populäre Genre der lokal verankerten Kriminalromane. Auch das Setting war diesmal anders: Eine Autorin, Gabriela Kaspersksi, und zwei Autoren, Stephan Pörtner und Viktor Steinhauser, lasen je zwanzig Minuten aus ihren neusten Krimis. Die Kooperation zwischen der ZHB und der LGL lockte zu dieser «Verdacht vor 8» betitelten Veranstaltung gut 70 Krimifans in den Bibliothekslesesaal, der 75 Minuten zum Vorlesesaal wurde.

Hier geht’s zum ganzen Rückblick auf den Krimi-Abend.


Wir halten Sie gerne über das, was war und was kommen wird, auf dem Laufenden, auf diesem Kanal und auf unserer Website www.literaturgesellschaft-lu.ch

Wir freuen uns auf Sie und grüssen herzlich!

Regula Jeger und das ganze LGL-Team

PS:

Mit der erforderlichen, rechtzeitigen Reservation, neu an folgende Mail-Adresse reservation@literaturgesellschaft-lu.ch, sichern Sie sich Ihren Platz bei der gewünschten Lesung. Falls Sie verhindert sind, bitten wir um einen Hinweis. So können wir Interessierte, die auf der Warteliste stehen, noch berücksichtigen.


Lektüretipp von LGL-Vorstandsmitglied Ursula Korner

Das kostbare Gut Stille

Was ist Stille? Wo ist sie? Das Fehlen von Lärm? Die totale Abwesenheit von Geräuschen? Schweigen? Ist Stille ein Zustand der inneren Ruhe? Rasen die Gedanken, wenn es um uns herum still ist?

In seinem Buch «Stille» berichtet der Verleger und Weltenbummler Erling Kagge, dass Stille nicht nur Abwesenheit von Geräuschen ist. Sie ist auch dort zu finden, wo es niemals leise ist. Es sind kurze Texte, in denen Kagge von seinen eigenen Erfahrungen und Erlebnissen berichtet.

Doch Erling Kagge, der nicht nur an den beiden Polen der Erde stand, sondern auch den Mount Everest bestiegen und damit als erster Mensch alle drei Extrempunkte unseres Planeten erreicht hat, belässt es nicht bei seinen eigenen Gedanken. Er beleuchtet Verbindungen zwischen der Stille in der Literatur, der Philosophie, der Musik, der Kunst und in zwischenmenschlichen Beziehungen, in der Liebe.

«Stille» ist ein Wegweiser in 33 kurzen Beiträgen. So steht zum Beispiel in der Reflexion 15 geschrieben: «Man muss nicht gleich einen Kurs in Stille oder Entspannung besuchen, um Zeit für eine Pause zu finden. Die Stille kann überall und jederzeit auftauchen  ̶  direkt vor unserer Nase. Ich schaffe sie selbst, wenn ich eine Treppe hinaufgehe, koche oder mich einfach darauf konzentriere, wie ich atme.»

Erling Kagge: «Stille  ̶  ein Wegweiser», Insel Verlag 2017, übersetzt aus dem Norwegischen von Ulrich Sonnenberg.

Den ausführlichen Lesetipp finden Sie hier.


Für Ihre Agenda

Do 26.02.2026, 19.30 Uhr, Hotel Schweizerhof, Luzern
Ilma Rakusa, Wo bleibt das Licht, Droschl Verlag 2025

Sa 28.03.2026, 14.30 Uhr, Neubad Pool, Luzern
Die LGL am Lettera Literaturfest Luzern
Sarah Kuratle, Chimäre, Otto Müller Verlag 2025

Di 28.04.2026, Hotel Schweizerhof, Luzern
Catherine Lovey, Histoire de l’homme qui ne voulait pas mourir, Edition Zoé 2024 / Geschichte vom Mann, der nicht sterben wollte, edition bücherlese 2026

Do 28.05.2026, Hotel Schweizerhof, Luzern
Tomer Gardi, Liefern, Klett Cotta Verlag, 2026

Mi 24.06.2026, Hotel Schweizerhof, Luzern
Usama Al Shamani, In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied, Limmat-Verlag 2025