LGL-logo-newsletter.png

Newsletter der LiteraturGesellschaft Luzern

April 2026

Liebe Mitglieder der LiteraturGesellschaft Luzern
Liebe Freunde und Freundinnen guter Literatur

Immer wieder sind es Geschichten, die uns Auszeiten im Alltag ermöglichen, zum Nachdenken anregen, überraschen, aufrütteln, beunruhigen und weiterbringen. 

«Es war einmal ein Mann, ein braver, kühner Mann, der nicht sterben wollte. Der Mann wusste, dass es den Tod gibt. Es war ihm klar, dass der Tod jeden Tag in Erscheinung tritt. Bloss mochte er nicht glauben, dass der Tod ihm persönlich drohe. Fast als ob die Sonne, die ihn wärmte, nicht dieselbe sei, die auch die anderen wärmt, oder der Regen, der ihn durchnässte, nicht derselbe Regen.» 

So beginnt Catherine Loveys Erzählung «Histoire de l’homme qui ne voulait pas mourir» (Edition Zoé 2024) in der deutschsprachigen Übersetzung von Walter Pfäffli. Es freut uns, Sie zu einer zweisprachigen Lesung mit Catherine Lovey, der Autorin dieser Geschichte und Gewinnerin des Schweizer Literaturpreises 2025, einladen zu dürfen. Dieser Anlass ist gleichzeitig auch die Vernissage der deutschsprachigen Ausgabe des Romans, welche die LGL zusammen mit der Autorin, dem Übersetzer und der Herausgeberin Judith Kaufmann, in deren Verlag edition bücherlese der Roman im April 2026 erscheinen wird, organisiert und in feierlichem Rahmen durchführt. So viel sei schon jetzt verraten: Die deutschsprachigen Textteile werden von der Schauspielerin Silvia Pflanzer gelesen. Und: Ruth Gantert moderiert den Anlass. 
Catherine Loveys «Geschichte vom Mann, der nicht sterben wollte» fesselt, beeindruckt und weckt starke Gefühle. Überzeugen Sie sich davon am 28. April 2026 im Bringolfsaal des Hotels Schweizerhof.

Einladungskarte


Einladung zur Mitgliederversammlung

Vor der Lesung mit Catherine Lovey findet um 17.30 Uhr (ebenfalls im Bringolfsaal) die jährliche LGL-Mitgliederversammlung statt. Die Einladung mit allen Unterlagen wird am 8. April 2026 per Mail an alle Mitglieder versandt. Traktandiert sind – wie üblich – die ordentlichen Geschäfte des Vereins. Es ist dem Vorstand zudem ein wichtiges Anliegen, den Anwesenden einige Gedanken zur Zukunft der LGL darzulegen. Gerne wechseln wir nach dem offiziellen Teil der MV und vor Beginn der Lovey-Lesung um 19.30 Uhr mit Ihnen, geschätzte Mitglieder, einige Worte bei einem Glas Wein, Bier oder Wasser.
Wichtiger Hinweis an Noch-Nicht-LGL-Mitglieder: Es ist durchaus möglich, sich vor der MV für eine LGL-Mitgliedschaft zu entscheiden und an der MV 2026 dabei zu sein. Melden Sie sich per Mail an mitglieder@literaturgesellschaft-lu.ch  


Sowohl Fisch als auch Vogel: «Chimäre» im Neubad-Pool

Am Samstag, 28. März 2026, durfte die LGL am Lettera Literaturfest Sarah Kuratle, moderiert von Beat Mazenauer, begrüssen und damit einen Beitrag zu einem beeindruckenden, begeisternden Literatur-Festival leisten. Der Rückblick von LGL-Vorstandsmitglied Felicitas Spuhler:

«Wer bin ich, wer könnte ich sein? Zwischen labyrinthischen Wasserwelten und hängenden Gärten auf einer Insel ohne Namen erzählt der zweite Roman der österreichischen Autorin Sarah Kuratle vom Zerfall alter Identitäten und dem Versuch, Natur zu bewahren.» (Lettera Programm)

Der Pool im Neubad Luzern: passend für Sarah Kuratles «Chimäre» und ebenso passend: die Einladung ans Publikum, in den literarisch aussergewöhnlichen und traumhaft dystopischen Roman einzutauchen. 

Der Moderator Beat Mazenauer sprach Sarah Kuratle auf die zahlreichen sehr positiven Rezensionen ihres Zweitlings an. Das sei beim ersten Roman viel weniger der Fall gewesen, meinte sie und sie freue sich über die jetzige positive Resonanz: der Roman sei in die richtigen Hände gefallen. Sie riet zur langsamen lauten Lektüre und las den Roman-Anfang vor, führte so in den doppelten Fokus auf die Protagonisten Gregor und Alice ein. (…) Es erschloss sich in diesem langsamen lauten Lesen eine Welt, ein Wunderland: danke an die wunderbare Schöpferin Sarah Kuratle, danke an den behutsamen Fährtenleger Beat Mazenauer.

Hier finden Sie den ganzen Rückblick auf die LGL-Lesung beim Lettera.


Wir gratulieren

Die LGL gratuliert dem Luzerner Kulturvermittler und Verleger Matthias Burki zur Verleihung des Innerschweizer Kulturpreises 2026.
«Damit würdigt die Innerschweizer Kulturstiftung eine Persönlichkeit, die sich seit Jahrzehnten für die gesprochene Literatur einsetzt und der Mundartliteratur eine einzigartige Plattform verschafft. (…) Den Kleinverlag mit schweizweiter Ausstrahlung und Bedeutung führt er seit 1998 erfolgreich.» (BKD-Medienmitteilung)
Save the date: Die LGL lädt am 22. September 2026 zusammen mit der Literarischen Gesellschaft Zug in der Bibliothek Zug zu einer Lesung mit Alexander Lecoultre ein. «wo das gewitter singt/ là où chante l’orage» ist in diesen Tagen in Matthias Burkis Verlag «Der gesunde Menschenversand» in einer zweisprachigen Ausgabe (Übersetzung Ruth Gantert) erschienen. «Melancholisch, witzig, hintergründig und poetisch verbinden sich Stimmen und Chöre zu einem vielstimmigen Lied des Lebens.» (Klappentext)

Eine weitere Gratulation geht an Dana Grigorcea, die bereits mehrmals bei der LGL gelesen hat. Die vielfach ausgezeichnete schweizerisch-rumänische Autorin kuratiert das 16. Literaturfest München vom 21. bis 30. April 2026. Das Thema «Freiheit» des Festprogramms lädt ein, «Freiheit nicht festzuschreiben – sondern sie gemeinsam zu denken – und zu feiern.» Mehr dazu unter Literaturfest München
Die LGL darf Dana Grigorcea am Donnerstag, 29. Oktober 2026, mit ihrem neuen, feinen Roman «Tanzende Frau, blauer Hahn» (Penguin 2026) willkommen heissen. Ein Roman übers Geschichtenerzählen, «ein kleines Meisterstück der erzählerischen Doppelbödigkeit.» (SWR Buchkritik)


Wir freuen uns auf Begegnungen und Gespräche mit Ihnen, an der Mitgliederversammlung, an Lesungen oder wo immer wir uns treffen.

Frühlingsfrohe Ostertage wünschen herzlich

Regula Jeger und das ganze LGL-Team

 

PS:

Mit der erforderlichen, rechtzeitigen Reservation, neu an folgende Mail-Adresse reservation@literaturgesellschaft-lu.ch, sichern Sie sich Ihren Platz bei der gewünschten Lesung. Falls Sie verhindert sind, bitten wir um einen Hinweis. So können wir Interessierte, die auf der Warteliste stehen, noch berücksichtigen.


Lektüretipp von Verena Mock, LGL-Vorstandsmitglied (ab April 2026)

Sunil Manns Geschichten aus der ländlichen Schweiz

Zwölf Erzählungen wie Kalendergeschichten, jede einem Monat zugeordnet, spielen in der ländlichen Schweiz der Gegenwart. Schauplätze sind das Probelokal eines Kirchenchors, Bauernhöfe samt Miststock, Dorfrestaurants, Spazierwege im Wald, eine Metzgerei, eine Alphütte. Sunil Mann erzählt aber keine idyllischen Geschichten: die Liebe, häufig zum gleichen Geschlecht, stellt die Figuren vor schwierige Entscheidungen, sie entpuppt sich auch mal als Internetbetrug, Ehen mit Kindern scheitern jämmerlich oder werden gebrochen. Jugendliche quälen sich gegenseitig fast zu Tode, eine Stiefmutter wird raffiniert beseitigt, Landwirte verlieren ihre Existenz. Sunil Mann erzählt in einer lakonischen, präzisen Sprache, die auch mal satirisch und ironisch sein kann. Dabei blickt der Erzähler nicht überlegen-distanziert oder nostalgisch verklärt auf seine ländlichen Helden, sondern eher wie ein treuer Freund. Mit grossem Vergnügen macht sich Mann zwischendurch über seine eigene Zunft lustig und zeigt in der August-Geschichte, dass man gerade nicht im Retreat auf einer idyllischen Alp literarisch produktiv wird, sondern mitten im alltäglichen (Land-)Leben.

Sunil Mann, «Bleiben tun sie nie», Erzählungen, Geparden Verlag Zürich 2025, 237 Seiten.


Für Ihre Agenda

Di 28. April 2026, Hotel Schweizerhof, Luzern
-    17.30 Uhr: Mitgliederversammlung

-    19.30 Uhr: Catherine Lovey, Histoire de l’homme qui ne voulait pas mourir, Edition Zoé 2024 / Geschichte vom Mann, der nicht sterben wollte, edition bücherlese 2026

Di 19. Mai 2026, Hotel Schweizerhof Luzern
Catalin Dorian Florescu, Matei entdeckt die Freiheit, Rowohlt 2026

Do 28. Mai 2026, Hotel Schweizerhof Luzern             
Tomer Gardi, Liefern, Klett Cotta Verlag, 2026

Di 9. Juni 2026, Hotel Schweizerhof Luzern     
Ilma Rakusa, Wo bleibt das Licht, Droschl-Verlag 2025

Mi 24. Juni 2026, Hotel Schweizerhof Luzern            
Usama al Shamani, In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied, Limmat-Verlag 2025