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Newsletter der LiteraturGesellschaft Luzern
März 2026
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Liebe Mitglieder der LiteraturGesellschaft Luzern
Liebe Freunde und Freundinnen guter Literatur
«Unklar, woher der Wind kommt. Aber die Haselkätzchen zittern, und die Eibe scheint zu flüstern. Mikro-Regungen, die meine Aufmerksamkeit absorbieren. Beim genauen Hinschauen vergeht die Zeit anders. Langsam, gedehnt. Und ich vergesse den Radau der Welt. Das frühlingshafte Vibrato erinnert an das Privileg zu sein. (Keine Floskel, denn das Ende ist immer nah.)»
Ilma Rakusa, Wo bleibt das Licht. Droschl 2025 (S. 304)
Wie gerne hätten wir die Autorin solch feiner Wahrnehmung und luzider Gedanken am 26. Februar 2026 bei der LGL in einer persönlichen Begegnung begrüsst. Leider musste die Lesung infolge einer Erkrankung Ilma Rakusas kurzfristig abgesagt werden. Es ist uns glücklicherweise bereits gelungen, einen Verschiebungstermin zu finden. Wir dürfen die grosse Schweizer Autorin Ilma Rakusa am Dienstag, 9. Juni 2026, zusammen mit Manfred Papst, der das Gespräch moderieren wird, live erleben.
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Die LGL mit Sarah Kuratle am Lettera Literaturfest Luzern
Vom 27. bis 29. März 2026 sind literaturbegeisterte Menschen eingeladen, im Neubad Luzern in ein wahres Literaturbad einzutauchen oder – wie die Kurator.innen des Lettera Literaturfests Luzern es ausdrücken – sich literarisch «durchrütteln zu lassen». Es erwarten Sie nationale und internationale Autor:innen im Gespräch, Musik und Late Nights und – sozusagen mittendrin – die LGL mit einer Lesung von Sarah Kuratle am Samstagnachmittag, 28. März, 14.30 Uhr, im Pool.
Im zweiten Roman «Chimäre» der österreichischen Autorin geht es um den Zerfall alter Identitäten und um den Versuch, Natur zu bewahren, zwischen labyrinthischen Wasserwelten und hängenden Gärten auf einer Insel.
«Mit filigranem Netz umhüllt Kuratle Motive und Bilder, die von Naturzerstörung, Artensterben, sozialer Spaltung erzählen, aber auch vom sanften Widerstand gegen die Verluste (...). [Die Autorin] sucht eine Form, die erzählt und zugleich festzuhalten versucht, was sich der Sprache entzieht. In diesem Sinn ist Chimäre ein luftiges, chimärisches Buch zwischen Erzählung und Poesie», so Beat Mazenauer, der das Gespräch moderieren wird.
Tauchen Sie ein ins Lettera-Literaturbad, es wird Sie anregen, erfrischen, bereichern und durchrütteln.
Bitte nutzen Sie den Vorverkauf: www.literaturfest.ch/tickets
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Wir freuen uns auf Begegnungen mit Ihnen, im März am Lettera im Neubad, und grüssen Sie herzlich
Regula Jeger und das ganze LGL-Team
PS:
Mit der erforderlichen, rechtzeitigen Reservation, neu an folgende Mail-Adresse reservation@literaturgesellschaft-lu.ch, sichern Sie sich Ihren Platz bei der gewünschten Lesung. Falls Sie verhindert sind, bitten wir um einen Hinweis. So können wir Interessierte, die auf der Warteliste stehen, noch berücksichtigen.
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Lektüretipp von Hans Beat Achermann, Vizepräsident LGL
Vom Erscheinen, Verschwinden und Vergessen im Holozän und im Tessin
Es ist einer der rätselhaftesten Titel der deutschen Literatur: «Der Mensch erscheint im Holozän». Als ich die Erzählung beim Erscheinen 1979 zum ersten Mal gelesen habe, war ich 32, jetzt bin ich bald 80, älter als Herr Geiser, der Protagonist im Buch, und älter als Max Frisch, als er diesen Text geschrieben hat. Beim Wiederlesen ist mir wie selten klar geworden: Leseerfahrungen verändern sich, weil sich die eigenen Lebenserfahrungen vermehrt haben und vermischen, weil sich die Welt verändert hat und in diesem besonderen Fall: weil das Thema der Endlichkeit, des Verlustes und der Gebrechlichkeit immer virulenter wird. Herr Geiser, 73, lebt verwitwet in einem Tessiner Seitental, leidet unter Gedächtnisstörungen, kämpft mit einer Sammelwut von mehr oder weniger bedeutsamen Wissensfetzen gegen das Vergessen. Draussen regnet es unaufhörlich, das Tal ist abgeschnitten, es drohen Bergstürze. Geiser macht sich auf den Weg, hinauf zum Übergang ins andere Tal, eine absurde Figur mit Regenmantel, Hut und Schirm, im Rucksack ein paar Überlebensnotwendigkeiten. Nach vielen Stunden Fluchtversuch kehrt er erschöpft zurück, erleidet einen leichten Schlaganfall. Das Postauto fährt wieder, die Apokalypse ist nicht eingetroffen, aber der eigene Tod näher gerückt. Der Mensch Geiser wird im Holozän verschwinden. Frisch gelingt in dieser Erzählung Grosses: Das Verhältnis des Menschen zur Natur wird neu vermessen und mit einer an Beckett erinnernden Figur radikal der Sinn der Existenz hinterfragt.
Max Frisch, Der Mensch erscheint im Holozän, Suhrkamp 1979, 145 S., als Suhrkamp Taschenbuch erhältlich in der 25. Auflage.
Hinweis: Am Freitag, 6. März 2026, liest im Literaturhaus Zentralschweiz lit.z in Stans Julian Schütt aus seiner Max-Frisch-Biografie. Moderation: Martina Läubli.
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Tipp für Interessierte
Am Samstag, 7. März 2026, 17.30 Uhr, «Geschichten öffnen Türen», finden an verschiedenen Orten im Quartier Maihof Lesungen statt, u. a. von Mariann Bühler, Meral Kureyshi, Vincenzo Todisco und Julia Weber. Programm und Inos unter www. literaturmaihof.ch
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Für Ihre Agenda
Sa 28.03.2026, 14.30 Uhr, Neubad Pool, Luzern
Die LGL am Lettera Literaturfest Luzern mit
Sarah Kuratle, Chimäre, Otto Müller Verlag 2025
Di 28.04.2026, 19.30 Uhr, Hotel Schweizerhof, Luzern
Catherine Lovey, histoire de l’homme qui ne voulait pas mourir, Edition Zoé 2024 / Geschichte vom Mann, der nicht sterben wollte, edition bücherlese 2026
Do 28.05.2026, 19.30 Uhr, Hotel Schweizerhof, Luzern
Tomer Gardi, Liefern, Klett Cotta Verlag, 2026
Di 9.06 2026, 19.30 Uhr, Hotel Schweizerhof
Ilma Rakusa, Wo bleibt das Licht, Droschl 2025
Mi 24.06.2026, 19.30 Uhr, Hotel Schweizerhof, Luzern
Usama Al Shamani, In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied, Limmat-Verlag 2025
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